Immer wieder finden Kunden den Weg zu uns, die bereits erfolgreich im Internet Geld verdienen, sich dann aber doch an einem bestimmen Punkt einen professionellen Dienstleister wünschen.

Ich habe festgestellt, dass diese oft recht gute Erfolge mit ihren Self-made-Websites erziehlt haben. Darauf aufbauend lässt sich mit gutem Design undprofessionellen Online-Marketing-Maßnahmen dann natürlich
der Erfolg noch kräftig steigern.

Das Postive an den mit Baukasten-Systemen oder HTML-Editoren erstellten und meist wenig glamorös daherkommenden Websites:
Diese Menschen besitzen kein Internet-Know-How und konzentrieren sich deshalb voll auf die Kommunikation Ihres eigentlichen Geschäfts.
Gleichzeitig suchen sie den einfachsten Weg ins Netz, zum Beispiel mit Hilfe eines Baukasten-Systemen (empfohlen sei an dieser Stelle ausdrücklich das Webbaukasten-System JIMDO!)

Wenn professionelle Agenturen sich an die Arbeit machen, die Website für Kleinunternehmer zu programmieren, dann wird das eigentliche Geschäft schnell überschattet von der Perspektive der Agentur.
Was sind die neuesten Design-Trends? Welches Websites-Verwaltungssystem (CMS) ist gerade "in"? Welches Marketing-Tool boomt?

Dabei gilt auch für eine Website, was für jedes Business gilt:
Entscheidend ist, im Epizentrum des eigenen Unternehmens zu starten. Also im Kern dessen, was man dem Kunden bietet. Und das Epizentrum kennt ein Kleinunternehmer normalerweise viel besser als eine Agentur.

Gerade bei kleinen Websites ist die Gefahr deshalb groß, dass Agenturen Kleinunternehmer in eine kontraproduktive Richtung bringen, besonders Agenturen, die vor allem Websites für größere Unternehmen aufbauen und nicht nein sagen können, wenn Kleinunternehmer irrtümlicherweise den Weg zu diesen Agenturen gefunden haben.

Achten Sie deshalb als Kleinunternehmer darauf, dass Sie eine Agentur finden, die sich auf Kleinunternehmen fokusieren.

Oder lassen Sie sich ein paar Stunden von Profis beraten und fangen Sie dann erstmal selbst an, Ihre Website aufzubauen, wenn Sie keine speziellen Anforderungen haben.

Wenn sich Ihr Internet-Auftritt bewährt und ihr Geschäft beflügelt, können Sie immer noch auf professionelle Dienstleistung
setzen, die dann auf das, was Sie bereits an Vorarbeit geleistet haben, aufsetzt.

Ich empfehle, die Weiterentwicklung einer Webpräsenz an dem Engpass Ihres Unternehmens auszurichten.

Wie finden Sie Ihren Engpass?

Ich habe einmal vorgeschlagen, sich vorzustellen, dass Ihre Webpräsenz eine gewisse Zeit offline ist und sich dann zu überlegen, was Sie am schmerzlichsten vermissen würden.

Aber das trifft es nicht. Weil hierbei liegt der Fokus auf dem System "Webpräsenz" und nicht auf dem System "Unternehmenserfolg" oder "Unternehmensnutzen".

Meiner Meinung nach liegt der eigentliche Engpass dort, wo verhindert wird, dass ich meinen Kunden ein Höchstmaß an Nutzen bringen kann.

Sie sind glücklich mit Ihrer Zielgruppe, haben eine effektive Strategie entwickelt und die Kunden rennen Ihnen die Bude ein? Der Engpass ist in diesem Fall, dass Sie alle Ihre Kunden bedienen können.

Für Ihre Webpräsenz hieße das, dass Sie z.B. Ihren Vertrieb entlasten, indem Sie wertvolle Informationen online anbieten (z.B. Produkt-Broschüren, Produkt-Videos, FAQs).
Oder Sie konzentrieren sich darauf, möglichst zentral Stellen-Angebote zu platzieren und diese attraktiv zu kommunizieren, damit Sie genügend Personal-Ressourcen für Ihr Unternehmenswachstum gewinnen.

Es ist wichtig, dass Sie die Webpräsenz Ihrem Unternehmenserfolg unterordnen.
Das führt dazu, dass auch die Entwicklung der Webpräsenz der Unternehmensentwicklung untergeordnet wird.

Fragen Sie sich also zuerst, was Ihr Unternehmen in der derzeitigen Situation braucht und erst dann, wie Sie das mit Ihrer Webpräsenz unterstützen können.

Und fragen Sie nicht, welche Technologie Ihre Webpräsenz möglichst weit nach vorne bringt.
Z.B. indem Suchmaschinenoptimierung oder GoogleAdwords sehr viele Menschen auf Ihre Website spült. Es sei denn, Ihr Engpass sind fehlende Kunden oder fehlendes Wachstum.

Ihre Webpräsenz ist dann am effektivsten, wenn Sie diese für die Überwindung Ihrer Unternehmens-Engpässe nutzen.

Seien Sie sich dessen jederzeit bewusst, insbesondere auch im Kontakt mit Ihrem Internet-Dienstleister.

Samstag, den 29. Oktober 2011 um 20:45 Uhr

GEFÜHLE: entscheiden alles - auch den Erfolg Ihrer Webpräsenz!

Geschrieben von initsolutions

Unsere Kunden bekommen vor Beginn eines Projekts in der Regel einen Fragebogen. Darin werden Fragen geklärt zum Budget, zur Zielgruppe, über Attribute, die sich der Kunde für die eigene Webpräsenz wünscht.

Eine Frage werde ich in unseren Fragebogen künftig mit aufnehmen:

WAS SOLL EIN BESUCHER FÜHLEN, WENN ER AUF IHRE WEBPRÄSENZ TRiFFT?

Diese Frage hat enormes Potential.

Denn Gefühle sind die Antriebsfeder für Verhalten.
Sie wollen, dass Ihr Besucher Ihr Produkt kauft oder Sie anruft oder Ihren Newsletter abonniert?

Dann rufen Sie Gefühle in ihm hervor!

Gefühle....sie bestimmen unser Leben und doch beschäftigt sich kaum jemand professionell damit. Liegt das daran, weil Gefühle unsere sichere und optimierte Welt durcheinanderbringen? Weil allein schon die Beschäftigung mit Gefühlen bei vielen Menschen Ängste auslöst?

Umso größer jedenfalls sind die Chancen, wenn Sie sich mit dem Thema Gefühle aktiv beschäftigen. Nur gefühlsmäßig involvierte Unbekannte werden Ihre Kunden.

Gefühle hervorrufen...ein großes Thema, mit dem ich mich zukünftig intensiv beschäftigen will.

Ich bin der Meinung, dass Sie tendenziell mehr Gefühle auslösen, je authentischer, offener und persönlicher Sie kommunizieren. Es sei denn, Sie sind todlangweilig. Aber dann brauchen Sie auch keine Webpräsenz!

Konzentrieren Sie sich mal 1 Woche einzig und allein auf die Gefühle, die Ihre Webpräsenz auslöst bzw. auslösen soll.
Sie konzentrieren sich dann automatisch auf etwas sehr wesentliches!

Dienstag, den 25. Oktober 2011 um 10:48 Uhr

INTELLIGENTE FRAGEN: Diese Design-Fragen stellt sich Jason Fried (37signals)

Geschrieben von Markus

Ich bin ein bekennender Fan von Jason Fried (37signals).

In seinem Blog benennt er "Fragen, die er sich stellt, wenn er ein Design beurteilt". Also werde ich mir diese zukünftig auch stellen :-)

Ich greife im folgenden einfach ein paar seiner Fragen raus, die mir besonders interessant erscheinen und übersetze diese für Euch ins deutsche:

  • Warum müssen wir das an dieser Stelle kommunizieren?
  • Was hat der Leser innerhalb von 8 Sekunden an Info mitgenommen?
  • Wie fühlt sich das für Deinen Leser an?
  • Wie können wir das noch (bzw. anders) ausdrücken/sagen?
  • Wer muss das wissen?
  • Wer muss das sehen?
  • Wie ändert dies das Verhalten auf der Seite?
  • Was weiß der Besucher jetzt, was er vorher noch nicht wusste?
  • Warum ist das einen Klick wert?
  • Ist das wert, dass der Besucher scrollt?
  • Was ist die einfachere Version von diesem/jenem?
  • Warum in dieser Reihenfolge?
  • Warum führt dies dazu, dass sie jenes wählen?
  • Wie sähe eine geschliffenere/feinere Version davon aus?
  • Warum könnte jemand die Seite an diesem Punkt verlassen?
  • Warum sagen wir das zweimal?
  • Ist es das wert, dass wir die Aufmerksamkeit von diesem Punkt ablenken?
  • Was ist der offensichtliche nächste Schritt?
  • Wäre das besser realisiert als Bild oder als Satz (also mit Wörtern)?
  • Was würde passieren, wenn wir das eliminieren?
  • Warum ist dieses/jenes besser?
  • Wie können wir das mehr in den Vordergrund rücken?
  • Welches Problem löst das?
  • Warum ist das ein "must-have"?

Was würde mich am meisten schmerzen, wenn meine Webpräsenz für einen Monat offline wäre?

Beantworten Sie sich diese Frage mal in aller Ruhe. Damit kommen sie dem Wissen über die eigentlichen Ziele, die Sie mit Ihrer Webpräsenz verfolgen, einen großen Schritt näher.

Wenn ich mir diese Frage stelle, komme ich auf folgende Antworten:

- dass ich potentielle Kunden nicht auf meine Webpräsenz verweisen kann, um sich ein besseres Bild von uns und unseren Leistungen zu machen.

- dass ich das, was Init Solutions ausmacht, ohne Webpräsenz nur schwer und sehr zeitaufwändig vermitteln kann.

- dass der Website-Kostenrechner als wichtiges Tool für potentielle Kunden wegfällt.

Mir wurde klar, dass nicht in erster Linie der erzielte Traffic wichtig für mich ist, sondern vielmehr der Schritt vom potentiellen Kunden zum echten Kunden.

Wenn das klar ist, kann man sich auch wirklich auf dieses Ziel fokusieren. Anstatt Google-Adwords-Kampagnen zu schalten oder zeitaufwändiges SEO zu betreiben, kann ich mich dann darauf konzentrieren, die Seite für Menschen, die sich bereits für die Leistungen von Init Solutions interessieren, zu optimieren und attraktiver zu machen.

 

Kennen Sie die Ziele, die Sie mit Ihrer Webpräsenz verfolgen?

Perfection is achieved, not when there is nothing more to add, but when there is nothing left to take away. (Antoine de Saint-Exupéry)

Es liegt viel Schönheit und Wahrheit in diesem Zitat.

Bezogen auf Design:

Wenn nichts mehr weggenommen werden kann, dann befindet man sich bei der Essenz des Designs. Beim "Eigentlichen", das kommuniziert werden soll. Man kommuniziert dann glasklar. Ohne Ablenkung.

In Projekten beobachte ich immer wieder, wie wertvoll es ist, sich zumindest am Beginn auf das Allernötigste zu konzentrieren. Dies führt dazu, dass die Webpräsenz schlank bleibt und das Ziel der Webpräsenz klar im Fokus bleibt. Eine der größten Gefahren beim Aufbau einer Webpräsenz liegt darin, zu viel und vor allem: alles auf einmal machen zu wollen.

Genau dieser Fehler wird allerdings sehr häufig gemacht. Immer noch herrscht in den Köpfen allzu oft der Glaubenssatz: "Viel hilf viel". Außerdem wird viel zu oft die Frage gestellt: "Was können wir noch machen?" und viel zu selten die Frage: "Was können wir weglassen?".

Es ist wie bei Bildern von Picasso oder wie bei einem Blues von B.B. King:

Etwas rüberzubringen mit wenigen Strichen oder wenigen Tönen...das berührt und ist echte Meisterschaft.

Freitag, den 16. September 2011 um 11:26 Uhr

WWW.37SIGNALS.COM: so sieht die Optimierung einer Webpräsenz im Zeitraffer aus!

Geschrieben von Markus

Hier kommt ein faszinierendes Video, in dem dargestellt wird, wie sich die Webpräsenz von 37signals zwischen März 2009 und Januar 2011 verändert hat.

Es ist hochinteressant. 37signals ändert immer nur kleine Dinge, immer unterstützt durch A/B-Tests. Der ständige Wille, Dinge zu verändern, wird ebenso sichtbar wie die Taktik der kleinen Schritte. Ich finde es total inspirierend. Genial wäre natürlich noch gewesen, die Motivation und Gedanken hinter den vielen kleinen Optimierungs-Schritten zu erfahren.

Am besten, Ihr schaut Euch das Video direkt auf VIMEO im "Couch Mode" (Button rechts oben) an, damit Ihr die Änderungen auch richtig sehen könnt.

Evolution of a homepage from 37signals on Vimeo.

Donnerstag, den 04. August 2011 um 08:46 Uhr

BEWUSSTSEIN: Wie effektiv senden Sie auf Ihrem Web-Kanal?

Geschrieben von Markus

Webpräsenzen sind Information und senden Energie aus. Diese Energie erzeugt Wellen und Resonanz. Das kommt bei Ihren Besuchern an, wenn diese Ihre Webpräsenz im Browser öffnen.

Sie können sich Ihre Webpräsenz wie einen omnipräsenten Radio-Sender vorstellen. Die Informationen bestehen aus Farben, Formen, Symbolen und ganz wichtig: Ihren Texten. Alle Informationen zusammen genommen ergeben eine Frequenz. Ihre Frequenz.

Das Signal dieser Frequenz ist umso klarer, je besser alle diese Informations-Elemente harmonieren. Eine wunderbare Grundlage für Ihren Erfolg. Denn wo ein klares Signal gesendet wird, kann auch ein klares Signal empfangen werden. Und nicht nur das: Sie haben in Form Ihrer Webpräsenz einen Spiegel Ihrer eigenen "Ausstrahlung", Ihres "Senderprogramms". Damit können Sie ihre Entwicklung oder die Entwicklung Ihres Unternehmens kontinuierlich reflektieren und beeinflussen.

Ihre Webpräsenz wird so zum Selbstfindungs-Instrument. Der Aufbau einer Webpräsenz bekommt eine größere Dimension. Sie wirkt nach innen und nach außen. Wenn Sie mit ihrer ganz authentischen, rauschfreien Frequenz senden, dann können Sie sicher sein, dass die Information ankommt. Genau bei den Menschen, die Ihren Sender mögen.

Donnerstag, den 16. Juni 2011 um 14:05 Uhr

SPRACHE: Warum Init Solutions "Webpräsenzen" betreut und keine "Websites".

Geschrieben von Markus

Ich versuche, bewusst mit meinem Wortschatz umzugehen. Denn Worte sind nicht nur Buchstaben, sondern Transportmittel. Sie transportieren Information und Energie. Das können Sie leicht testen, indem Sie sich die folgenden Worte einmal laut vorsagen und sich einfühlen: "Krieg", "Liebe", "Schmetterling", "Schlange".

Je öfter Sie ein Wort benutzen, umso mehr lohnt es sich, wenn Sie sich über dessen Wirkung auf sich selbst und Andere bewusst sind. Ich weiß nicht, wieviel hundertmal ich bereits das Wort "Website" in Wort und Schrift benutzt habe. Website...klingt irgendwie banal und inflationär. Jeder weiß, was damit gemeint ist, aber mehr auch nicht. Es ist ein energie-neutrales Wort: technisch, abgenutzt und wertlos, beinahe tot.

Intuitiv habe ich in der Vergangenheit immer mal wieder das Wort "Webpräsenz" benutzt. Heute bin ich mir darüber bewusst geworden, dass dieses Wort viel mehr Bedeutung und Energie beinhaltet als das Wort "Website". Das Wort "Webpräsenz" drückt etwas ganz zentrales und wichtiges aus: Nämlich dass eine Webpräsenz eine individuelle Ausstrahlung hat. Natürlich gibt es auch Zombie-Websites, die keinerlei Ausstrahlung haben. Wir allerdings produzieren und betreuen Webpräsenzen, bei denen ein Hauptaugenmerk darauf liegt, die Energie von Menschen und Firmen zum Ausdruck zu bringen. Beispiele gefällig?

Wie klingt das und wie fühlt es sich an, wenn Sie Ihren Auftritt im Netz in Zukunft "Webpräsenz" nennen? Stimmig? Oder unpassend? Dann sollten Sie Ihre Website noch einmal überdenken und überarbeiten. Was wollen Sie ausdrücken? Welches Ziel verfolgen Sie? Spiegelt die Website Ihre Energie wider?

Denken Sie an Ihre Mitmenschen. Welche Menschen sind Ihnen lieber? Die präsenten oder die abwesenden? Mehr Wirkung jedenfalls entfalten präsente Menschen, deren Energie man wahrnimmt.

Das Internet nimmt einen immer größeren Stellenwert ein im Leben vieler Menschen. Deshalb wünsche ich uns allen, dass wir mehr Webpräsenz erleben und weniger tote Web-Information.

Sonntag, den 12. Juni 2011 um 20:45 Uhr

TEXTEN: Dr. Jekyll oder Mr. Hyde?

Geschrieben von Markus

Diesen Artikel widme ich Gitte Härter, bei der ich letzte Woche ein wundervolles Seminar genießen durfte. Wir haben uns eine Woche lang erfolgreich mit der Struktur und dem Texten von Websites beschäftigt.

Mein Top-Tipp der Woche: Buchen Sie Gitte auf www.schreibnudel.de als Text-Coach, wenn Sie den Inhalten Ihrer Website den nötigen Schliff verpassen und Sie sich dabei kompetenter und äußerst symphatischer Hilfe bedienen wollen. Eine gute Investition.

Die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Seminar will ich Ihnen gerne in den nächsten Wochen häppchenweise verabreichen. Ich bin schon seit Jahren der Auffassung, dass gute Texte im Zentrum jeder Webpräsenz stehen sollten. Jeder, der wirksam kommunizieren will, tut gut daran, sich deshalb mit dem Thema intensiv zu befassen.

Heute geht es um Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Die dazugehörige Frage lautet:

Repräsentieren Ihre Texte Sie/Ihre Firma oder könnte genauso gut ein 08/15-Zombie ihr Urheber sein?

Die Texte vieler Websites, die ich mir anschaue und von denen ich mich dann auch ziemlich schnell wieder gelangweilt verabschiede, kommunizieren reine Information.

Zu oft vermisse ich die persönliche Energie. Umso angenehmer wirkt es, wenn ich solchen Texten hin und wieder doch begegne. Mein Verstand nimmt solche Texte viel leichter auf und die Informationen wirken nicht nur auf Kopf-Ebene sondern mein ganzer Körper liest mit. Solche Texte lese ich nicht nur schneller, ich behalte auch mehr davon.

Kennen Sie Menschen, die anders sprechen als sie schreiben?
Sie hören voller Interesse zu, während so jemand mit Ihnen spricht. Dr. Jekyll. Aber sobald Sie dessen Text in Händen halten, fragen Sie sich, wo der Mensch hinter den Worten geblieben ist.

Gehen wir ein bisschen positiver an die Sache ran:
Kennen Sie Menschen, die so schreiben wie sie sprechen?

Sie wenden zurecht ein, dass das nicht immer die reine Freude ist. Gestern hatte ich das Vergnügen, die Kommentare der Facebook-Freunde meiner dem tiefsten Niederbayern entsprungenen Partnerin zu lesen. Dort ist die Welt noch in Ordnung, das Dr. Jekyll/Mr. Hyde-Phänomen dementsprechend völlig unbekannt. Stattdessen plaudert jeder in schönstem niederbayrischen Dialekt drauflos, ohne zwischen Ton und Wort zu unterscheiden.

Und auch wenn ich das eine oder andere Wort nicht verstanden habe und der Informationsgewinn ein bisschen unterhalb der Zombie-Texte liegt, kann ich Ihnen versichern: Was ich verstehe macht richtig Laune. Da kommen nicht nur Worte bei mir an, sondern echte Niederbayern-Präsenz.

Ich bin auf der schwäbischen Alb zwischen Ulm und Stuttgart in einem 500-Seelen-Dorf aufgewachsen. Und ich liebe es, meine Herkunft mit meiner Oma sprachlich zu zelebrieren, wenn ich ab und an bei ihr zu Besuch bin. Allerdings hättet Ihr dabei weniger Spaß als ich. Wie gesagt: Der Informationsgewinn für Nichteingeweihte ist suboptimal.

Deshalb: Lassen Sie uns deutsch schreiben, mit großer Informations-Klarheit.
Wir können dennoch kommunizieren, wer wir sind. Ganz ohne Dialekt. Das will geübt werden, weil wir es nicht gewohnt sind und weil unsere nichtsahnenden Deutsch-Lehrer viele von uns zu glattgebügelten Zombie-Texter erniedrigt haben.

Aber die Rückkehr zum lebendigen Schreiben geht schneller als Sie denken. Ich habe es im Text-Seminar an mir selbst erlebt. Wir waren 7 TeilnehmerInnen. Am Ende wurden alle Texte, die wir während der Woche produziert hatten, präsentiert und ich habe die Energie aller TeilnehmerInnen in den informativ geschriebenen Texten wahrgenommen.

Für heute will ich es hiermit mal belassen. Nehmen Sie Ihre Texte unter die Lupe und überlegen Sie, ob sich Ihre Persönlichkeit in Ihren Texten ausdrückt.