Ich habe das Gefühl, dass der Hype um Suchmaschinenoptimierung langsam aber sicher etwas verfliegt. Das ist mehr als berechtigt.
Wenn Sie nämlich kundenorientiert denken, also den Nutzen Ihrer Kunden ins Zentrum Ihrer Bemühungen stellen (ein sicherer Garant für nachhaltigen Erfolg), dann können Sie alles, was Sie zum Thema Suchmaschinenoptimierung wissen müssen, in 5 Minuten lernen:
1.) Produzieren Sie gute Inhalte und/oder gute Produkte/Dienstleistungen! Dann verlinken andere Websites automatisch auf Sie und Ihre Besucherströme steigen. Am besten Sie arbeiten gleich noch mit Affiliates, dann bekommen Sie neben zusätzlichem Umsatz auch gleich noch externe Verlinkungen gratis dazu.
2.) Bringen Sie Ihre Inhalte in eine gute und saubere Struktur, d.h. verwenden Sie genau EINE Überschrift erster Ordnung und ggf. mehrere Überschriften zweiter und dritter Ordnung.
3.) Stellen Sie Google möglichst viele Informationen zur Verfügung. Da Google keine Bilder interpretieren kann, geben Sie Alternativtexte bei Bilder an, gleiches gilt für Links.
4.) Die Titel von Einzelseiten sind wichtig, also geben Sie sich an dieser Stelle Mühe und kommunizieren Sie hier den Kern einer einzelnen Seite.
5.) Verlinken Sie intern. Auf Verlinkungen von außerhalb haben Sie nicht so viel Einfluss, aber interne Links sind auch wirkungsvoll. Laden Sie einzelne Unterseiten durch die passenden Ankertexte für ein bestimmtes Keyword auf.
Das war's im groben. Natürlich können Sie ab und an schauen, bei welchen Keywords mit einem relevanten Suchvolumen Sie bereits in Google ranken. Wenn Sie dabei feststellen, dass Sie knapp über den ersten 10 Plätzen ranken, kann es für Sie lohnenswert sein, dieses Keyword noch das ein oder andere Mal in Ihren Texten unterzubringen oder anderweitig (z.b. mit internen Verlinkungen) zu pushen, damit Sie auf Seite 1 bei Google vorstoßen, am besten auf Platz 1-5.
Seien Sie sich allerdings bewusst, dass Sie dieses Prozedere von Ihrer Kerntätigkeit ablenkt.
Sie richten Ihre Texte an Google aus und nicht an Ihren Kunden.
Ich persönlich bin ein großer Fan von Kundennutzen.
Und jede Minute, die ich aufwende, um Suchmaschinenoptimierung für Google zu betreiben und nicht für meine Kunden, halte ich für eine schlecht investierte Minute.
Am Wochenende besuchte ich ein inspirierendes Seminar über Facebook bei Margarete Arlamowski, einer sehr herzlichen und kompetenten Spezialistin im Bereich Social Media Marketing.
Ich habe viel gelernt. Daran will ich Sie natürlich auch teilhaben lassen :-)
KLM Surprise ist ein faszinierendes Programm der holländischen Fluglinie KLM, das Social Media erstklassig und wirksam nutzt.
Hier erstmals das You-Tube-Video, auf dem die Aktion erklärt wird:
Die Idee: KLM will Ihren Fluggästen die Wartezeit auf den Flug versüßen und ihre Langeweile in Glücksmomente verwandeln. Schöne Vision. Glückliche Menschen sehe ich immer noch viel zu wenige, wenn ich unterwegs bin.
Und das geht so:
1.) Fluggäste, die über Twitter oder Foursquare bekannt gegeben haben, das sie mit KLM fliegen, werden ausfindig gemacht.
2.) KLM schaut sich die Social-Media-Profile dieser Kunden an, um diese besser kennenzulernen als Grundlage für ein passendes, persönliches, kleines Geschenk.
3.) KLM Mitarbeiter machen diese Menschen am Flughafen ausfindig und überreichen diesen ihr persönliches Geschenk.
Anhand dieser Aktion können Sie eine Menge davon lernen, wie erfolgreiches Social Media Marketing funktioniert:
1.) ZUHÖREN: KLM liest erstmal bei Twitter und Foursquare mit und dann insbesondere auch die Social Media-Profile
2.) MULTIPLIKATOREN FINDEN: die Leute, die Ihre KLM-Reise auf ihren Social-Media-Plattformen posten, gehören zu den wenigen aktiven Nutzern und haben deshalb eine besonders hohe Bedeutung. Sie sind Multiplikatoren. Nach dem Pareto-Prinzip macht es also absolut Sinn, diesen Menschen sehr viel Aufmerksamkeit zukommen zu lassen
3.) MITTEN REIN INS LEBEN GEHEN: KLM ist nicht nur auf den Social-Media-Plattformen geblieben, sondern ist direkt zu den Kunden gegangen. Die Freude derKunden über ihr persönliches Geschenk wurde auf Video aufgezeichnet. Diese Glücksmomente sind um ein vielfaches wertvoller als die tollsten Smilies auf Twitter.
4.) GLASPERLENPRINZIP: die kleinen Aufmerksamkeiten kosten KML nicht viel, sind aber für die Kunden von immenser Bedeutung, die sich wertvoll und gesehen fühlen.
Besonders wichtig ist für mich der Punkt mit den Multiplikatoren. Social Media Marketing ist relativ aufwändig, das zeigt auch dieses Beispiel. Aber wenn die Aktion wirklich bei den richtigen Menschen ankommt, dann lohnt sich der Aufwand eben. Auch hier ist wichtig, sich vom Gießkannen-Prinzip zu verabschieden und konzeptionell dafür zu sorgen, dass die Maßnahmen gezielt und effektiv ankommen.
Die Suchmaschinenoptimierungs-Branche hat nicht den besten Ruf. Es gibt mehr schwarze als weiße Schafe. Mir scheint, das liegt in der Natur der Sache: ein großer Teil der Arbeit von SEO liegt darin, zu manipulieren. Sei es auch nur eine Suchmaschine.
Auf der SMX München wurde in einem Vortrag über die Ergebnisse einer Ranking-Faktoren-Studie deutlich, dass Google weiterhin daran arbeitet, Websites mit relevanten und guten Inhalten zu belohnen und nicht Websites mit dem größten SEO-Budget.
Ich empfehle unseren Kunden schon seit langem bodenständige Onsite- und Offsite-Optimierung. Im Bereich Onsite-Optimierung bedeutet dies z.B.: sauber programmierte Websites, Alternativ-Texte für Bilder, interne Vernetzung der Website, Meta-Tags, die sinnvolle Verwendung wichtiger Tags wie <h1>, <title>, im Bereich Offsite-Optimierung insbesondere die kontinuierliche und sinnvolle Verlinkung der Website mit relevanten Websites im Netz (z.B. Foren, Blogs, Partner-Websites).
Mir scheint, dass die Energie, die auch im weitesten Sinne in Manipulation gesteckt wird, sich langfristig nicht auszahlt. Und das ist überaus erfreulich. In der Vergangenheit wurde dies deutlich, wenn Google wieder ein Link-Netzwerk eines SEO-Anbieters entdeckt hat (mit entsprechenden negativen Ranking-Konsequenzen) oder wenn die Keyword-Dichte einer Website so hoch geworden ist, dass Google annehmen muss, dass es dem Anbieter nur in zweiter Linie um den Website Besucher geht.
In besagter Studie auf der SMX München (die Präsentation könnt Ihr Euch hier anschauen) wurde deutlich, dass Google immer besser wird,
so dass sich auch subtilere Wege der Suschmaschinen-Manipulation nicht mehr lohnen.
Grob kann davon ausgegangen werden, dass Google die Ranking-Wirkung aller Faktoren, die ein Webmaster leicht manipulieren kann, reduziert.
Im folgenden ein paar wichtige Erkenntnisse der Studie in diesem Zusammenhang:
1.) Es scheint besser zu sein, nicht immer mit dem exakten Keyword auf einen Link zu arbeiten. Das Keyword sollte stattdessen variieren.
2.) Die Bedeutung von Ankertexten auf interne Links nimmt ab (leicht zu beeinflussen)
3.) Google belohnt Website, die möglichst "natürlich" aussehen, z.B. sollte jede Website eine bestimmte Anzahl an Nofollow-Links aufweisen
Mehr und mehr Gewicht legt Google auf "Trust"-Faktoren. Diese sind Studien zufolge auch die entscheidenden Faktoren für Menschen bei der Beurteilung einer Website.
Statt zu viel Geld für einen SEO-Dienstleister auszugeben, macht es Sinn, sich voll und ganz auf das eigene Kerngeschäft zu konzentrieren und die eigene Kernkompetenz in den Texten der Website zu kommunizieren. Das bringt Konzentration für das eigene Unternehmen und guten Content für die Website-Besucher. Und langfristig die beste Wirkung.
Denn was heute noch im Suschmaschinen-Manipulations-Geschäft funktioniert und die gewünschte Wirkung erzielt, kann morgen schon die genau entgegengesetzte Wirkung bringen. Das Geld bekommen Sie von Ihrem SEO-Dienstleister sicher nicht erstattet.
Nachhaltige Suchmaschinenoptimierung bedeutet deshalb saubere Programmierung, professionelle Informationsaufbereitung und -strukturierung, gutes Texten und relevante Verlinkungen: Die Optimierung der Qualität der eigenen Website.
Google schert sich nicht um die Manipulations-Verpackung einer Website. Vielmehr gelingt es Google immer mehr, die Integrität, den wahren Wert einer Website zu erkennen. Die vertrauenswürdigste und am natürlichsten wirkende Website gewinnt: fast schon ein spirituelles und ökologisches Modell-Projekt.
Ehrlichkeit währt am längsten. Google macht's möglich.
VIRALES MARKETING verspricht große Wirkung für kleines Geld.
Nicht selten werde ich damit von freudestrahlenden Kunden empfangen, die im viralen Marketing die Lösung für ihre Marketing-Probleme sehen.
Im Dienstleistungsbereich ist VIRALES MARKETING ein zumeist wirkungslos verpuffendes Strohfeuer. Uneffektiv investierte Zeit in eine Maßnahme, die am Ende doch niemanden wirklich interessiert, geschweige denn nachhaltig beeinflusst.
Virales Marketing konzentriert sich nicht auf eine Zielgruppe, sondern geht auf alle los, obwohl niemand danach gefragt hat. Wie ein effektiver Grippevirus. Mag sein, dass sich der eine oder andere davon anstecken lässt. Bevorzugt Menschen, deren Werbe-Immunsystem nicht gänzlich intakt ist.
Wenn ich Marketing betreibe, dann bevorzuge ich Kunden, die im Vollbesitz Ihrer geistigen Kräfte sind. Ich möchte gerne Menschen ansprechen, die sich wirklich für mein Produkt oder meine Dienstleistung interessieren. Denn es hat auch Folgewirkungen, wenn eine Horde Grippekranker auf mich und meine Firma zugerollt kommen: Ich muss Energie aufwenden, um mich mit Infizierten auseinanderzusetzen.
Klar...auch im Dienstleistungs-Bereich entfachen Virale Marketing-Kampagnen manchmal eine gravierende Wirkung...das heißt aber noch lange nicht, dass diese Wirkungen immer ökonomisch sinnvoll sind. Insbesondere langfristig.