INTELLIGENTE FRAGEN: Diese Design-Fragen stellt sich Jason Fried (37signals)

Ich bin ein bekennender Fan von Jason Fried (37signals).

In seinem Blog benennt er "Fragen, die er sich stellt, wenn er ein Design beurteilt". Also werde ich mir diese zukünftig auch stellen :-)

Ich greife im folgenden einfach ein paar seiner Fragen raus, die mir besonders interessant erscheinen und übersetze diese für Euch ins deutsche:

  • Warum müssen wir das an dieser Stelle kommunizieren?
  • Was hat der Leser innerhalb von 8 Sekunden an Info mitgenommen?
  • Wie fühlt sich das für Deinen Leser an?
  • Wie können wir das noch (bzw. anders) ausdrücken/sagen?
  • Wer muss das wissen?
  • Wer muss das sehen?
  • Wie ändert dies das Verhalten auf der Seite?
  • Was weiß der Besucher jetzt, was er vorher noch nicht wusste?
  • Warum ist das einen Klick wert?
  • Ist das wert, dass der Besucher scrollt?
  • Was ist die einfachere Version von diesem/jenem?
  • Warum in dieser Reihenfolge?
  • Warum führt dies dazu, dass sie jenes wählen?
  • Wie sähe eine geschliffenere/feinere Version davon aus?
  • Warum könnte jemand die Seite an diesem Punkt verlassen?
  • Warum sagen wir das zweimal?
  • Ist es das wert, dass wir die Aufmerksamkeit von diesem Punkt ablenken?
  • Was ist der offensichtliche nächste Schritt?
  • Wäre das besser realisiert als Bild oder als Satz (also mit Wörtern)?
  • Was würde passieren, wenn wir das eliminieren?
  • Warum ist dieses/jenes besser?
  • Wie können wir das mehr in den Vordergrund rücken?
  • Welches Problem löst das?
  • Warum ist das ein "must-have"?
Veröffentlicht in Wirksames Webdesign

BEWUSSTSEIN: Warum die Firmen-Webpräsenz Chef-Sache ist.

Viele Firmen überlassen ihre Webpräsenz einer Agentur oder einem Angestellten. Ich bin der Überzeugung, dass dies ein Fehler ist.

Schon der Begriff "Webpräsenz" drückt es aus: Die Firma präsentiert sich im Internet. Und wer kennt und verkörpert die Firma besser als der Inhaber selbst? Im Idealfall arbeitet der Chef "am Unternehmen" und nicht "im Unternehmen". Genau dafür bietet die Internet-Präsenz eine perfekte Kommunikations-Fläche: Derjenige, der vorne steht, kann Vision, Profil und die Werte des eigenen Unternehmens kommunizieren und weiterentwickeln.

Ich empfehle deshalb, die Entwicklung der Webpräsenz zur Chef-Sache zu machen. Natürlich muss dies in einem zeitlich vertretbaren Rahmen möglich sein. Genau an dieser Stelle kommen Agenturen ins Spiel. Wir sorgen dafür, dass unser Geschäftspartner in möglichst effektiver Form das eigene Profil im Internet abbildet. Kommunikations- und Beratungs-Kompetenz sind dabei entscheidend. Denn der Anspruch, dass die Internet-Präsenz Chef-Sache bleibt, führt dazu, dass wir unseren Geschäftspartner in den gesamten Prozess der Erstellung der Webpräsenz mit einbinden. Wie sonst könnten wir die Energie der Firma abbilden?

Ich glaube, es gibt eine Menge Agenturen, die handhaben das anders. Mit viel Fach-Kompetenz ausgestattet agieren diese im Bewusstsein, den im Umgang mit Internet-Themen unerfahrenen Geschäftspartner vollkommen zu entlasten. Agenturen agieren dann zum großen Teil in Eigenregie.  Meiner Einschätzung nach oftmals nicht unbedingt nur aus Überzeugung, sondern weil es eine ungleich anspruchsvollere Aufgabe ist, den Geschäftspartner auf dem Weg zur erfolgreichen Internet-Strategie mitzunehmen.

Doch gerade das lohnt sich und ist von zentraler Bedeutung. Denn nur so wird der eigene Internet-Auftritt integraler Bestandteil des Unternehmens. Nur dort, wo sich der Unternehmer mit der eigenen Webpräsenz identifiziert, bleibt diese auch mittel- und langfristig lebendig und wirksam.

Falls Sie Chef oder Chefin einer Firma sind: Stellen Sie sich folgende Fragen:

Wieviel von ihrer Firma steckt in Ihrem Internet-Auftritt? Wieviel von Ihnen? Von ihrer Vision? Ihren Werten? Ihrer Energie, mit der Sie agieren?

Es gibt übrigens auch Menschen, die es übertreiben beim Thema "Webpräsenz ist Chefsache". Ein eindruckvolles Beispiel liefert der von mir sehr geschätzte Hans Peter Zimmermann (www.hpz.com), der auch beim Design selbst Hand anlegt mit erschreckenden Konsequenzen, die er sich aber offensichtlich locker leisten kann und will. Das Ziel für Unternehmer sollte sein, die Webpräsenz zur Chefsache zu machen, ohne alles alleine machen zu wollen. Denn fürs Design, für die Programmierung und für die Beratung in einem sich ständig veränderten Markt gibt es kompetente Begleiter, die das Projekt Internet-Präsenz ungleich profitabler machen.

Veröffentlicht in Unternehmens-Philosophie