Ich bin ein bekennender Fan von Jason Fried (37signals).
In seinem Blog benennt er "Fragen, die er sich stellt, wenn er ein Design beurteilt". Also werde ich mir diese zukünftig auch stellen :-)
Ich greife im folgenden einfach ein paar seiner Fragen raus, die mir besonders interessant erscheinen und übersetze diese für Euch ins deutsche:
Viele Firmen überlassen ihre Webpräsenz einer Agentur oder einem Angestellten. Ich bin der Überzeugung, dass dies ein Fehler ist.
Schon der Begriff "Webpräsenz" drückt es aus: Die Firma präsentiert sich im Internet. Und wer kennt und verkörpert die Firma besser als der Inhaber selbst? Im Idealfall arbeitet der Chef "am Unternehmen" und nicht "im Unternehmen". Genau dafür bietet die Internet-Präsenz eine perfekte Kommunikations-Fläche: Derjenige, der vorne steht, kann Vision, Profil und die Werte des eigenen Unternehmens kommunizieren und weiterentwickeln.
Ich empfehle deshalb, die Entwicklung der Webpräsenz zur Chef-Sache zu machen. Natürlich muss dies in einem zeitlich vertretbaren Rahmen möglich sein. Genau an dieser Stelle kommen Agenturen ins Spiel. Wir sorgen dafür, dass unser Geschäftspartner in möglichst effektiver Form das eigene Profil im Internet abbildet. Kommunikations- und Beratungs-Kompetenz sind dabei entscheidend. Denn der Anspruch, dass die Internet-Präsenz Chef-Sache bleibt, führt dazu, dass wir unseren Geschäftspartner in den gesamten Prozess der Erstellung der Webpräsenz mit einbinden. Wie sonst könnten wir die Energie der Firma abbilden?
Ich glaube, es gibt eine Menge Agenturen, die handhaben das anders. Mit viel Fach-Kompetenz ausgestattet agieren diese im Bewusstsein, den im Umgang mit Internet-Themen unerfahrenen Geschäftspartner vollkommen zu entlasten. Agenturen agieren dann zum großen Teil in Eigenregie. Meiner Einschätzung nach oftmals nicht unbedingt nur aus Überzeugung, sondern weil es eine ungleich anspruchsvollere Aufgabe ist, den Geschäftspartner auf dem Weg zur erfolgreichen Internet-Strategie mitzunehmen.
Doch gerade das lohnt sich und ist von zentraler Bedeutung. Denn nur so wird der eigene Internet-Auftritt integraler Bestandteil des Unternehmens. Nur dort, wo sich der Unternehmer mit der eigenen Webpräsenz identifiziert, bleibt diese auch mittel- und langfristig lebendig und wirksam.
Falls Sie Chef oder Chefin einer Firma sind: Stellen Sie sich folgende Fragen:
Wieviel von ihrer Firma steckt in Ihrem Internet-Auftritt? Wieviel von Ihnen? Von ihrer Vision? Ihren Werten? Ihrer Energie, mit der Sie agieren?
Es gibt übrigens auch Menschen, die es übertreiben beim Thema "Webpräsenz ist Chefsache". Ein eindruckvolles Beispiel liefert der von mir sehr geschätzte Hans Peter Zimmermann (www.hpz.com), der auch beim Design selbst Hand anlegt mit erschreckenden Konsequenzen, die er sich aber offensichtlich locker leisten kann und will. Das Ziel für Unternehmer sollte sein, die Webpräsenz zur Chefsache zu machen, ohne alles alleine machen zu wollen. Denn fürs Design, für die Programmierung und für die Beratung in einem sich ständig veränderten Markt gibt es kompetente Begleiter, die das Projekt Internet-Präsenz ungleich profitabler machen.