TEXTEN: Dr. Jekyll oder Mr. Hyde?

Diesen Artikel widme ich Gitte Härter, bei der ich letzte Woche ein wundervolles Seminar genießen durfte. Wir haben uns eine Woche lang erfolgreich mit der Struktur und dem Texten von Websites beschäftigt.

Mein Top-Tipp der Woche: Buchen Sie Gitte auf www.schreibnudel.de als Text-Coach, wenn Sie den Inhalten Ihrer Website den nötigen Schliff verpassen und Sie sich dabei kompetenter und äußerst symphatischer Hilfe bedienen wollen. Eine gute Investition.

Die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Seminar will ich Ihnen gerne in den nächsten Wochen häppchenweise verabreichen. Ich bin schon seit Jahren der Auffassung, dass gute Texte im Zentrum jeder Webpräsenz stehen sollten. Jeder, der wirksam kommunizieren will, tut gut daran, sich deshalb mit dem Thema intensiv zu befassen.

Heute geht es um Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Die dazugehörige Frage lautet:

Repräsentieren Ihre Texte Sie/Ihre Firma oder könnte genauso gut ein 08/15-Zombie ihr Urheber sein?

Die Texte vieler Websites, die ich mir anschaue und von denen ich mich dann auch ziemlich schnell wieder gelangweilt verabschiede, kommunizieren reine Information.

Zu oft vermisse ich die persönliche Energie. Umso angenehmer wirkt es, wenn ich solchen Texten hin und wieder doch begegne. Mein Verstand nimmt solche Texte viel leichter auf und die Informationen wirken nicht nur auf Kopf-Ebene sondern mein ganzer Körper liest mit. Solche Texte lese ich nicht nur schneller, ich behalte auch mehr davon.

Kennen Sie Menschen, die anders sprechen als sie schreiben?
Sie hören voller Interesse zu, während so jemand mit Ihnen spricht. Dr. Jekyll. Aber sobald Sie dessen Text in Händen halten, fragen Sie sich, wo der Mensch hinter den Worten geblieben ist.

Gehen wir ein bisschen positiver an die Sache ran:
Kennen Sie Menschen, die so schreiben wie sie sprechen?

Sie wenden zurecht ein, dass das nicht immer die reine Freude ist. Gestern hatte ich das Vergnügen, die Kommentare der Facebook-Freunde meiner dem tiefsten Niederbayern entsprungenen Partnerin zu lesen. Dort ist die Welt noch in Ordnung, das Dr. Jekyll/Mr. Hyde-Phänomen dementsprechend völlig unbekannt. Stattdessen plaudert jeder in schönstem niederbayrischen Dialekt drauflos, ohne zwischen Ton und Wort zu unterscheiden.

Und auch wenn ich das eine oder andere Wort nicht verstanden habe und der Informationsgewinn ein bisschen unterhalb der Zombie-Texte liegt, kann ich Ihnen versichern: Was ich verstehe macht richtig Laune. Da kommen nicht nur Worte bei mir an, sondern echte Niederbayern-Präsenz.

Ich bin auf der schwäbischen Alb zwischen Ulm und Stuttgart in einem 500-Seelen-Dorf aufgewachsen. Und ich liebe es, meine Herkunft mit meiner Oma sprachlich zu zelebrieren, wenn ich ab und an bei ihr zu Besuch bin. Allerdings hättet Ihr dabei weniger Spaß als ich. Wie gesagt: Der Informationsgewinn für Nichteingeweihte ist suboptimal.

Deshalb: Lassen Sie uns deutsch schreiben, mit großer Informations-Klarheit.
Wir können dennoch kommunizieren, wer wir sind. Ganz ohne Dialekt. Das will geübt werden, weil wir es nicht gewohnt sind und weil unsere nichtsahnenden Deutsch-Lehrer viele von uns zu glattgebügelten Zombie-Texter erniedrigt haben.

Aber die Rückkehr zum lebendigen Schreiben geht schneller als Sie denken. Ich habe es im Text-Seminar an mir selbst erlebt. Wir waren 7 TeilnehmerInnen. Am Ende wurden alle Texte, die wir während der Woche produziert hatten, präsentiert und ich habe die Energie aller TeilnehmerInnen in den informativ geschriebenen Texten wahrgenommen.

Für heute will ich es hiermit mal belassen. Nehmen Sie Ihre Texte unter die Lupe und überlegen Sie, ob sich Ihre Persönlichkeit in Ihren Texten ausdrückt.

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KUNDENNUTZEN: Denk an Deine Kunden, wenn Du Website-Texte schreibst!

Kunden-Nutzen zahlt sich aus und steht bei uns deshalb auf der Prioriäten-Liste ganz weit oben.

Heute ist mir aufgefallen, dass wir (potentiellen) Kunden auch dann bereits nutzen können, wenn diese noch gar nicht zum Kunden geworden sind.

Ich habe mir die Texte unserer Website durchgelesen. Wie viele andere Agenturen machen auch wir den Fehler, ab und an Begriffe zu gebrauchen, die nicht für jedermann verständlich. "SEO" zum Beispiel oder "Conversions". SEO bedeutet Suchmaschinen-Optimierung und Conversion bedeutet Zielerreichung.

Ich überprüfe gerade unsere Website daraufhin, ob unsere potentielle Kunden durch solche unnötige Fach-Termini am Lesefluss gehindert werden. Denn eins ist klar: Je schneller unser neuer Kunde kapiert, was wir kommunizieren wollen, umso besser für ihn und für uns.

Er spart Zeit, Energie und Unlust- Gefühle. Wir kommen schneller zum Deal. Es ist wichtig, sich klarzumachen, dass das Ziel, den eigenen Kunden soviel Nutzen zu bringen wie möglich, bereits vor Projektbeginn ein bestimmtes Verhalten erfordert.

Kunden-Perspektive heißt, Kunden zu lieben. Wer seine Kunden liebt, der kommuniziert so, dass diese alle Informationen verstehen, ohne jemals ins Stocken zu kommen. Das erzeugt ein gutes Gefühl und oftmals den Wunsch nach mehr.

Veröffentlicht in Unternehmens-Philosophie